Sqsyn 0.8.1, „Skin Like That, Skin That Talks“, 2017

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Stage // Bühne

ENGLISH

Intervention

sqsyn is an application translating words to squid language in real-time. It converts text from individuals feeding the network with data into a surface structure, rendering a semantic skin. sqsyn is a component of a project addressing language in the context of technology. It references a branch of research observing a state of consciousness in which the boundaries between body and meaning, language and matter are blurred as a result of repeated mapping, addressing and referencing between symbolic domains, facilitating information exchange pathways independent of our physical point of origin.

sqsyn assumes that the self is bound to language and that language, unbound from the body, renders the self somatically emancipated. It presumes that language can be generalized, flattened to a binary structure and densely projected into augmented limbs; and as such enables access to extra-somatic states.

When language melts with matter, the self acquires the ability to translate. In this sense sqsyn wants to be a fantasy application programming interface (API) for manifesting another body, sinking itself into a cybernetic stream bed where the logic of generalized semantic domains diffuses the individual, rendering the ‘I’ plural, the bodies entangled and the self as a networked manifestation of itself in the form of a water spirit. It oscillates with a full-bodied semantics, like a tentacled mind with a skin that talks.

DEUTSCH

Intervention

sqsyn ist eine Computeranwendung, die in Echtzeit Worte in Tintenfisch-Sprache übersetzt. Schrift wird in Oberflächenstruktur ver­wan­delt, wobei eine semantische Haut entsteht, die die Dateneingabe vernetzter Individuen repräsentiert.

sqsyn ist eine Komponente eines Projekts, das sich mit Sprache im Kontext von Technologie befasst und Forschungen zu einem Erfahrungszustand impliziert, bei dem sich die Grenzen zwischen Körper und Bedeutung, Sprache und Materie auflösen. Dies geschieht infolge eines ständigen Abbildens, Aufnehmens und Verweisens zwischen symbolischen Bereichen, welche Wege des Informationsaustausches unabhängig von unseren körperlichen Veranlagungen ermöglichen.

sqsyn unterstellt, dass das Selbst an Sprache gebunden ist und dass die Sprache sich vom Körper löst, sodass das Selbst nicht mehr an die Beschränkungen des Körpers gebunden ist. Es basiert auf der Annahme, dass Sprache verallgemeinert, in eine binäre Struktur gegossen und verdichtet in erweiterte Gliedmaßen projiziert werden kann, um damit einen Zugang zu außerkörperlichen Zuständen zu schaffen. Wenn die Sprache mit Materie verschmilzt, erlangt das Selbst die Fähigkeit, sich zu verwandeln. In diesem Sinne möchte sqsyn eine imaginäre Programmierschnittstelle für einen anderen Körper sein, um sich selbst in den Traum eines kybernetischen Flusses einzubetten, in dem die Logik verallgemeinerter semantischer Bereiche das Individuum zerstreut. Dadurch wird das „Ich“ in eine Pluralität verwandelt, verstricken sich Körper, wird das Selbst zu einer netzwerkartigen Manifestation in Gestalt eines Meerestiers, oszillierend mit einer Ganzkörper-Semantik, wie eine frisch gewebte Seele mit einer sprechenden Haut.

Photo: David von Becker