Dominik Mohs & Joris Camelin

Kinesphere I, 2015-2017

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Historic Hall // Historische Halle

ENGLISH

Installation / Performance
Nylon threads, solders, tape

Kinesphere I is an interactive play between performance and installation based on a two-year cooperation between the dancer Joris Camelin and the architect Dominik Mohs. During this time, they empirically explored and developed various spatial contexts through movement improvisations. One of the results of these dense exchanges is Kinesphere I, a fragment of a series of 120 variations referencing Rudolph von Laban’s definition of the maximum spherical space a human circumscribes while moving his limbs from a central pose to his periphery.

The work is part of a doctoral research project on kinesthetic sensing and the experience of architectonic environment in the design process. Two interwoven but traditionally opposed spatial configurations characterize the performative installation:

1. A cubic spatial figure delineated by stretched and suspended threads marks a dance area with proportions defined by the dancer’s movement into space.
2. The fleeting relational spaces delineated by the dancer’s improvisations while engaging with the public in the space of the installation.

DEUTSCH

Installation / Performance
9 Nylonfäden, 9 Lote, Klebeband

Die Arbeit Kinesphäre I ist ein Zusammenspiel aus Performance und Rauminstallation. Im Austausch zwischen dem Architekten Dominik Mohs und dem Tänzer Joris Camelin wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren verschiedene Raumsituationen empirisch über Bewegungsimprovisationen beschrieben und entworfen. Kinesphäre I ist die ursprüngliche kubische Raumfigur, auf deren Maß und Proportionen sich ein Dialog zwischen Tänzer und Architekt und eine wissenschaftliche Forschungsarbeit zwischen architektonischem Entwurfsprozess und tanzwissenschaftlichen Betrachtungen bezog. Die performative Installation ist gekennzeichnet durch ein Gefüge aus zwei wesentlichen Raumtypen:

1. Den Tanzplatz, eine durch gespannte und abgehängte Fäden gebildete kubische Raumfigur, die sich in ihrer Proportion aus den Gegebenheiten des Kontextes und den Proportionen des Bewegungsraumes des Tänzers ableitet.
2. Die flüchtigen relationalen Raumfiguren, die sich durch die Bewegungsimprovisationen des Tänzers im Zusammenspiel mit der Installation in den Raum einschreiben.

Die Performance findet unangekündigt statt, einem eigenen Zyklus folgend. Der kinästhetische Sinn der Zuschauer*innen wird über ein Geflecht aus Kraftlinien in die egozentrische Raumliteratur (Schlemmer) der Performance eingebunden. Die Bewegungen des Tänzers und die Wahrnehmung des*der Zuschauer*in entfalten sich im virtuellen Raum des gespannten und gezogenen Kubus. Es ergibt sich ein unhaltbares Körperbild, welches nur in ständiger Transformation begriffen werden kann. Raumfigur und Körperbild verändern sich über den gesamten Ausstellungszeitraum, bleiben als atmosphärischer Rest in der beschriebenen Leere des begrenzten Raumes zurück und eröffnen sich stetig neu am Anfang der Performance.

Photos
1.-3. David von Becker